Wenn die Haut plötzlich stärker auf Sonne reagiert
Waren Sie nur kurz in der Sonne und Ihre Haut reagiert stärker als gewohnt? Wird sie rot, brennt, juckt oder fühlt sich gereizt an, obwohl Sie gar nicht lange draußen waren?
Bestimmte Medikamente können die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen. Dann reicht manchmal schon normale Sonneneinstrahlung aus, damit die Haut ungewöhnlich stark reagiert. Besonders im Sommer fällt das schnell auf: beim Spaziergang, im Garten, auf dem Balkon oder im Urlaub.
Welche Medikamente dabei eine Rolle spielen können, wie sich lichtempfindliche Haut bemerkbar macht und worauf Sie bei Medikamenten und Sonne achten sollten, schauen wir uns Schritt für Schritt an.
Inhaltsverzeichnis
- Wenn Medikamente die Haut empfindlicher machen
- Lichtbedingte Hautreaktionen erkennen
- Medikamente, die Sie im Blick haben sollten
3.1 Antibiotika
3.2 Entwässernde Medikamente
3.3 Herz- und Blutdruckmedikamente
3.4 Entzündungshemmende Schmerzmittel
3.5 Johanniskraut
3.6 Akne-Medikamente - Medikamente vor Urlaub und Sonne prüfen
- Was im Alltag wichtig ist
- Sonnenschutz richtig anwenden
- Das Wichtigste auf einen Blick
- Häufige Fragen
- Persönliche Beratung
Medikamente und Sonne – wenn die Haut empfindlicher wird
Wie empfindlich die Haut auf Sonne reagiert, hängt von vielen Faktoren ab: vom eigenen Hauttyp, von der Dauer und Stärke der Sonneneinstrahlung, von bereits gereizter oder trockener Haut, von bestimmten Erkrankungen – und manchmal auch von Medikamenten. Bestimmte Medikamente können die Haut empfindlicher für Sonnenlicht machen. Schon eine Zeit in der Sonne, die sonst unproblematisch war, kann dann Rötungen, Brennen, Juckreiz oder ein sonnenbrandähnliches Gefühl auslösen.
In der Fachsprache spricht man dann von Photosensibilität. Gemeint ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Sie kann entstehen, wenn bestimmte Arzneistoffe im Körper oder auf der Haut mit UV-Strahlung zusammentreffen und die Haut dadurch stärker reagiert.
Betroffen sind vor allem Bereiche, die der Sonne direkt ausgesetzt sind: Gesicht, Hals, Dekolleté, Arme, Hände oder Beine. Die Beschwerden können kurz nach dem Aufenthalt im Freien auftreten oder sich erst später bemerkbar machen. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Medikamente die Haut lichtempfindlicher machen können.
Was bei Photosensibilität in der Haut passiert
Bei einer Photosensibilität reagiert die Haut nicht nur auf die Sonne selbst. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit einem Medikament oder einem Wirkstoff, der sich im Körper befindet oder direkt auf die Haut aufgetragen wurde. Trifft UV-Strahlung auf die Haut, kann dieser Wirkstoff die Reaktion verstärken.
Bei einem Gel oder einer Salbe ist der Zusammenhang noch leicht nachvollziehbar, da der Wirkstoff direkt auf die Haut aufgetragen wird. Bei Tabletten oder Kapseln ist es weniger offensichtlich. Nach der Einnahme gelangt der Wirkstoff über Magen und Darm in den Blutkreislauf. Von dort wird er im Körper verteilt und kann auch in der Haut vorhanden sein. Trifft dort UV-Strahlung auf den Wirkstoff oder seine Abbauprodukte, kann die Haut stärker reagieren als gewohnt.
Phototoxische und photoallergische Reaktionen – kurz erklärt
Häufig handelt es sich dabei um eine sogenannte phototoxische Reaktion. Das bedeutet, dass ein Wirkstoff unter UV-Licht eine reizende Wirkung in der Haut auslösen kann. Dabei spielen mehrere Dinge zusammen: der Wirkstoff selbst, die Lichtmenge, die eigene Hautempfindlichkeit und manchmal auch die Dosis. Photoallergische Reaktionen treten seltener auf und werden häufiger bei äußerlich angewendeten Präparaten beschrieben. Dabei reagiert das Immunsystem auf eine durch Licht veränderte Substanz. Die Reaktion zeigt sich oft eher wie ein Ekzem: gerötet, juckend, entzündet oder schuppig.
Woran Sie eine lichtbedingte Hautreaktion erkennen
Wenn die Haut nach kurzer Sonnenzeit stark gerötet ist, brennt oder juckt, wirkt es zunächst wie ein Sonnenbrand. Der Unterschied ist, dass ein klassischer Sonnenbrand meist nach längerer Zeit in der Sonne oder bei zu wenig UV-Schutz entsteht. Bei einer lichtbedingten Hautreaktion durch Medikamente kann die Haut schon viel früher reagieren.
Typisch ist das Zusammenspiel mehrerer Hautreaktionen: Die Haut reagiert nach kurzer Sonnenzeit ungewöhnlich stark, die Beschwerden entwickeln sich schneller als gewohnt oder sie fallen intensiver aus als sonst. Manche beschreiben es wie einen Sonnenbrand, der „zu schnell“ kommt. Andere erleben eher ein gereiztes, juckendes oder überempfindliches Hautgefühl.
Auch der Zeitpunkt kann ein Hinweis sein. Einige Reaktionen entstehen schon während oder kurz nach dem Aufenthalt in der Sonne. Andere entwickeln sich verzögert und werden erst am Abend oder am nächsten Tag richtig sichtbar. Gerade deshalb wird der Zusammenhang mit einem Medikament nicht immer sofort erkannt.
Für die Einordnung helfen ein paar konkrete Fragen:
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- Nehmen Sie ein neues Medikament ein?
- Wurde eine Dosierung verändert?
- Haben Sie ein Schmerzgel, eine Salbe oder ein neues Hautpräparat verwendet?
- Nehmen Sie zusätzlich pflanzliche Mittel wie Johanniskraut ein?
- Waren Sie danach länger oder intensiver in der Sonne als sonst?
- Haben Sie ein Solarium genutzt?
Treffen einige dieser Punkte auf Sie zu, kann ein Zusammenhang mit dem Medikament möglich sein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament deshalb bitte nicht eigenständig ab. Ein Blick in den Beipackzettel kann erste Hinweise geben, ob Lichtempfindlichkeit als Nebenwirkung bekannt ist. Bei starken Schmerzen, Bläschen, Schwellungen, großflächigem Ausschlag oder Beschwerden, die immer wieder auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Diese Medikamente können die Haut lichtempfindlicher machen
Nicht jedes Medikament verändert die Reaktion der Haut auf Sonne. Besonders aufmerksam sollten Sie aber bei einigen typischen Medikamentengruppen sein: zum Beispiel bei bestimmten Antibiotika, entwässernden Medikamenten, einigen Herz- und Blutdruckmedikamenten, entzündungshemmenden Schmerzmitteln und pflanzlichen Präparaten wie Johanniskraut.
Ob die Haut tatsächlich empfindlicher reagiert, hängt immer vom konkreten Medikament, der Dosierung, der Anwendungsform und der eigenen Haut ab. Hinweise finden sich häufig im Beipackzettel – zum Beispiel unter Nebenwirkungen oder besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Auch bei uns in der Beratung sehen wir immer wieder, dass der Zusammenhang zwischen Medikamenten und Sonne im Alltag leicht übersehen wird.
Antibiotika – Doxycyclin und andere Tetracycline
Bei bestimmten Antibiotika ist bekannt, dass sie die Haut lichtempfindlicher machen können. Dazu gehören vor allem Tetracycline, zu denen auch Doxycyclin zählt. Doxycyclin wird zum Beispiel bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt und kann je nach Verordnung über mehrere Tage oder auch länger eingenommen werden.
Das ist vor allem im Sommer wichtig, weil wir mehr Zeit draußen und in der Sonne verbringen. Beim Spaziergang, im Garten, im Freibad oder im Urlaub kann die Haut dann mehr UV-Strahlung ausgesetzt sein als im Alltag sonst. Reagiert die Haut während der Antibiotika-Einnahme plötzlich stärker auf Sonne als gewohnt, kann das Medikament ein möglicher Auslöser sein.
Entwässernde Medikamente – Diuretika und Wassertabletten
Entwässernde Medikamente werden häufig bei Bluthochdruck, Herzschwäche oder Wassereinlagerungen eingesetzt. Viele Patientinnen und Patienten kennen sie eher als „Wassertabletten“. Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel Hydrochlorothiazid, kurz HCT.
Bei bestimmten Diuretika kann die Haut empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Gleichzeitig sind viele Menschen, die solche Medikamente einnehmen, regelmäßig darauf angewiesen und nehmen sie über längere Zeit. Deshalb ist es wichtig, Hautveränderungen in der Sonne nicht einfach als „normalen Sonnenbrand“ abzutun, wenn sie plötzlich stärker oder schneller auftreten als gewohnt.
Gerade bei HCT spielt Sonnenschutz auch langfristig eine wichtige Rolle. Wer solche Medikamente einnimmt und im Sommer viel draußen ist, sollte die Haut gut beobachten und auf einen konsequenten UV-Schutz achten.
Herz- und Blutdruckmedikamente – Amiodaron und weitere Wirkstoffe
Einige Herz- und Blutdruckmedikamente können die Lichtempfindlichkeit der Haut ebenfalls beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel Amiodaron, ein Wirkstoff, der bei bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Auch bei anderen Herz-Kreislauf-Medikamenten können entsprechende Hinweise im Beipackzettel stehen.
Gerade bei dauerhaft eingenommenen Medikamenten fällt ein Zusammenhang mit Sonnenlicht nicht immer sofort auf. Die Hautreaktion tritt vielleicht erst im Sommerurlaub, bei längerer Gartenarbeit oder an Tagen mit ungewohnt viel Sonne auf. Wer regelmäßig Herz- oder Blutdruckmedikamente einnimmt und plötzlich stärker auf Sonne reagiert, sollte abklären lassen, ob ein Zusammenhang mit dem Medikament möglich ist. Die Einnahme sollte aber nicht eigenständig verändert oder abgesetzt werden.
Entzündungshemmende Schmerzmittel – Diclofenac, Ibuprofen und Schmerzgele
Schmerzgele oder entzündungshemmende Salben werden oft direkt dort angewendet, wo es weh tut: am Knie, am Rücken, an der Schulter oder am Fuß. Gerade deshalb wird der Zusammenhang zwischen Medikamenten und Sonne manchmal unterschätzt. Die behandelte Hautstelle liegt im Sommer vielleicht frei, ohne dass man weiter darüber nachdenkt.
Ein bekanntes Beispiel ist Diclofenac als Gel. Je nach Präparat kann direkte Sonne auf der behandelten Haut problematisch sein. Das gilt auch dann, wenn das Gel schon eingezogen ist. Wichtig ist deshalb, die Hinweise im Beipackzettel genau zu beachten und behandelte Hautstellen vor Sonne und Solarium zu schützen.
Bei Schmerztabletten ist der Zusammenhang weniger offensichtlich als bei Gelen oder Salben. Einige entzündungshemmende Schmerzmittel können ebenfalls mit Lichtempfindlichkeit in Verbindung stehen. Dazu gehören je nach Präparat zum Beispiel Wirkstoffe wie Naproxen, Piroxicam, Ketoprofen, Diclofenac oder Ibuprofen. Nicht jedes Schmerzmittel ist automatisch betroffen. Entscheidend ist immer das konkrete Medikament und der Hinweis im Beipackzettel.
Johanniskraut – Sonne und Wechselwirkungen beachten
Johanniskraut wird häufig bei innerer Unruhe, Stimmungstiefs oder leichten depressiven Verstimmungen eingesetzt. Weil Johanniskraut ein pflanzliches Präparat ist, werden mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten und besondere Vorsicht in der Sonne manchmal unterschätzt.
Bei der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten sind starke Hautreaktionen bei üblichen Dosierungen zwar selten, trotzdem wird häufig empfohlen, intensive Sonne oder Solarium zu meiden. Das gilt besonders bei sehr heller Haut, bereits lichtempfindlicher Haut oder wenn zusätzlich Medikamente eingenommen werden, die die Haut empfindlicher auf Sonne reagieren lassen können.
Zu Johanniskraut sind außerdem viele Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt. Dazu gehören zum Beispiel hormonelle Verhütungsmittel, bestimmte Blutverdünner, Antidepressiva oder Präparate nach Transplantationen. Wer solche Arzneimittel einnimmt, sollte vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären lassen, ob Johanniskraut-Präparate geeignet sind.
Akne-Medikamente – wenn Sonne die gereizte Haut zusätzlich belastet
Akne-Medikamente werden eingesetzt, um Entzündungen zu reduzieren, verstopfte Poren zu lösen und das Hautbild langfristig zu verbessern. Einige Wirkstoffe können die Haut dabei austrocknen, reizen oder empfindlicher machen, auch wenn nicht jedes Präparat die Haut direkt lichtempfindlicher macht.
Das betrifft zum Beispiel äußerlich angewendete Wirkstoffe wie Benzoylperoxid oder Retinoide wie Adapalen. Sie können die Haut austrocknen oder reizen, sodass Sonne schneller unangenehm wird. Isotretinoin, das innerlich angewendet wird, kann Haut und Schleimhäute stark austrocknen und empfindlicher machen. Doxycyclin, das ebenfalls bei Akne eingesetzt werden kann, gehört wiederum zu den Antibiotika, bei denen Lichtempfindlichkeit bekannt ist.
Wer Akne-Medikamente anwendet oder einnimmt, braucht deshalb einen Sonnenschutz, der zuverlässig schützt. Ein hoher Lichtschutzfaktor wie LSF 50, zuverlässiger UVA- und UVB-Schutz und eine Textur, die zur unreinen Haut passt, sind dabei besonders wichtig. Viele klassische Sonnencremes fühlen sich bei unreiner Haut oftmals zu reichhaltig an und werden daher nicht regelmäßig verwendet. Besser geeignet sind oft leichte, nicht komedogene UV-Schutzprodukte, zum Beispiel Fluids oder Gel-Cremes.
Medikamente vor Sonne und Urlaub kurz prüfen
Vor intensiver Sonne lohnt sich ein kurzer Blick auf die aktuelle Medikation. Das gilt besonders, wenn Sie ein neues Medikament bekommen haben, eine Dosierung verändert wurde oder Sie zusätzlich ein Gel, eine Salbe oder ein pflanzliches Präparat wie Johanniskraut verwenden. Auch vor dem Sommerurlaub, längerer Gartenarbeit, Freibadbesuchen oder viel Zeit im Freien kann ein Medikamentencheck sinnvoll sein.
Schauen Sie dafür am besten in den Beipackzettel. Hinweise auf Lichtempfindlichkeit stehen dort häufig bei den Nebenwirkungen, Warnhinweisen oder besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Achten Sie dabei besonders auf Begriffe wie Lichtempfindlichkeit, Photosensibilität, UV-Strahlung, Sonne meiden oder Solarium meiden.
Was Sie bei Medikamenten und Sonne im Alltag beachten sollten
Wenn ein Medikament die Haut lichtempfindlicher machen kann, ist es wichtig, die Haut bewusster vor der Sonne zu schützen. Das betrifft nicht nur den Strandurlaub, sondern auch Gartenarbeit, Spaziergänge, Sport im Freien oder Zeit auf dem Balkon.
Ein guter Sonnenschutz ist dabei unerlässlich. Bei empfindlicher Haut oder Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen können, ist meist ein sehr hoher Schutz sinnvoll, zum Beispiel LSF 50. Achten Sie außerdem darauf, dass das Produkt sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützt. Tragen Sie den Sonnenschutz großzügig auf und erneuern Sie ihn regelmäßig, besonders nach Schwitzen, Baden oder Abtrocknen.
So schützen Sie Ihre Haut zusätzlich:
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- direkte Mittagssonne möglichst meiden
- Schatten bewusst nutzen
- leichte, dicht gewebte Kleidung tragen
- Hut oder Kappe und Sonnenbrille verwenden
- behandelte Hautstellen nach Gelen oder Salben besonders schützen
- Solarium meiden, wenn ein Medikament die Haut lichtempfindlicher machen kann
Gerade bei äußerlich angewendeten Präparaten ist besondere Aufmerksamkeit sinnvoll. Wenn ein Gel oder eine Salbe auf Knie, Schulter, Rücken oder Fuß aufgetragen wurde, kann genau diese Hautstelle empfindlicher reagieren. Auch wenn das Produkt eingezogen ist, sollten die Hinweise im Beipackzettel beachtet werden.
Ein verordnetes Medikament sollte nicht eigenständig abgesetzt werden, nur weil die Haut empfindlicher auf Sonne reagiert. Oft reicht es, den Sonnenschutz anzupassen, die Haut konsequenter zu bedecken oder Sonnenzeiten bewusster zu planen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Medikament die Haut lichtempfindlicher machen kann, schauen wir uns Ihre Medikation bei uns in der Apotheke gerne an.
Sonnenschutz – darauf kommt es bei lichtempfindlicher Haut an
Sonnenschutz wirkt nur so gut, wie er im Alltag angewendet wird. Gerade bei lichtempfindlicher Haut durch Medikamente entscheidet nicht allein der Lichtschutzfaktor auf der Packung. Auch die Anwendung im Alltag macht einen großen Unterschied.
Darauf sollten Sie achten:
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- ausreichend aufgetragene Sonnencreme
- einen hohen Lichtschutzfaktor
- zuverlässigen UVA- und UVB-Schutz
- regelmäßiges Nachcremen
- eine Textur, die sich gut auftragen lässt
Die Textur der Sonnencreme spielt ebenfalls eine Rolle. Denn ein Sonnenschutz, der sich schlecht verteilen lässt, klebt oder schwer auf der Haut liegt, wird oft zu sparsam oder zu selten verwendet.
Lichtschutzfaktor und Menge – warum genug Sonnencreme wichtig ist
Viele Menschen tragen Sonnenschutz eher sparsam auf. Gerade bei lichtempfindlicher Haut ist die Menge aber entscheidend, denn der angegebene Lichtschutzfaktor wird nur erreicht, wenn die Sonnencreme ausreichend dick und gleichmäßig verteilt wird.
Für Gesicht und Hals kann die Zwei-Finger-Regel eine gute Orientierung sein: Dafür werden zwei Streifen Sonnencreme über die Länge von Zeige- und Mittelfinger aufgetragen. Für Arme, Beine, Rücken und Dekolleté braucht es entsprechend mehr.
Der Lichtschutzfaktor zeigt, wie stark ein Sonnenschutz die Eigenschutzzeit der Haut verlängern kann. Wird ungeschützte Haut zum Beispiel nach etwa 10 Minuten rot, ergibt LSF 50 rein rechnerisch 10 × 50 Minuten, also 500 Minuten. Theoretisch könnte die Haut damit bis zu 500 Minuten vor einem Sonnenbrand geschützt sein. In der Praxis sollte diese Zeit jedoch nicht ausgereizt werden. Denn im Alltag beeinflussen viele Faktoren, wie gut der Schutz tatsächlich wirkt: die aufgetragene Menge, der eigene Hauttyp, Tageszeit, UV-Index, Schwitzen, Wasser, Reibung und Medikamente, die die Haut lichtempfindlicher machen können.
UVA- und UVB-Schutz – warum beides wichtig ist
UVB-Strahlung ist vor allem für Sonnenbrand verantwortlich. Der Lichtschutzfaktor auf der Sonnencreme bezieht sich hauptsächlich auf diesen UVB-Schutz. UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und spielt unter anderem bei Hautalterung, Pigmentveränderungen und lichtbedingten Hautreaktionen eine Rolle.
Deshalb sollte ein Sonnenschutz nicht nur einen hohen LSF haben, sondern auch einen zuverlässigen UVA-Schutz bieten. Auf vielen Produkten erkennen Sie das am UVA-Symbol, bei dem „UVA“ in einem Kreis steht. Gerade bei lichtempfindlicher Haut ist dieser Breitbandschutz wichtig, weil die Haut möglichst umfassend vor UV-Strahlung geschützt werden sollte.
Nachcremen und passende Textur – damit der Schutz im Alltag hält
Regelmäßiges Nachcremen ist unerlässlich, damit der Schutz im Laufe des Tages erhalten bleibt. Sonnenschutz kann durch Kleidung, Berührung oder Reibung abgetragen werden. Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen sollte die Haut ebenfalls wieder eingecremt werden, auch wenn ein Produkt als wasserfest gekennzeichnet ist.
Bei lichtempfindlicher Haut sollte der Sonnenschutz außerdem zur Haut passen. Leichte Fluids oder Gel-Cremes können bei unreiner Haut angenehmer sein, während trockene oder gereizte Haut oft pflegendere Formulierungen besser verträgt. Entscheidend ist, dass der Schutz zuverlässig ist und sich im Alltag gut anwenden lässt.
Fazit: Medikamente und Sonne bewusst im Blick behalten
Gerade im Sommer, wenn wir mehr Zeit draußen verbringen, kann die Haut plötzlich empfindlicher reagieren als gewohnt. Bestimmte Medikamente können diese Reaktion verstärken und dazu führen, dass Sonne schneller zu Rötungen, Brennen, Juckreiz oder gereizter Haut führt.
Hilfreich ist ein genauer Blick auf die Medikamente, die Sie aktuell einnehmen oder auf der Haut anwenden. Dazu gehören neue Medikamente, veränderte Dosierungen, Schmerzgele, Akne-Medikamente oder Präparate, bei denen im Beipackzettel Hinweise auf Lichtempfindlichkeit, UV-Strahlung oder Sonne stehen.
Wer starke Beschwerden, Bläschen, Schwellungen oder wiederkehrende Reaktionen bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen. Verordnete Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt werden. Oft lässt sich mit dem passenden Sonnenschutz und etwas mehr Bewusstsein im Alltag schon viel erreichen.
Häufige Fragen zu Medikamenten und Sonne
Wie schnell kann eine Hautreaktion durch Medikamente und Sonne auftreten?
Sie können eine Hautreaktion manchmal schon während oder kurz nach dem Aufenthalt in der Sonne bemerken. Es kann aber auch sein, dass die Beschwerden erst später sichtbar werden, zum Beispiel am Abend oder am nächsten Tag. Achten Sie deshalb nicht nur darauf, wie die Haut aussieht, sondern auch darauf, was in den Tagen davor passiert ist: Haben Sie ein neues Medikament eingenommen, eine Dosierung verändert, ein Schmerzgel verwendet, Johanniskraut genutzt oder waren Sie ungewohnt lange in der Sonne?
Kann ich trotz lichtempfindlicher Haut in den Urlaub fahren?
In vielen Fällen können Sie trotzdem in den Urlaub fahren, wenn Sie den Sonnenschutz gut planen. Verwenden Sie einen sehr hohen Lichtschutzfaktor, achten Sie auf zuverlässigen UVA- und UVB-Schutz, cremen Sie regelmäßig nach und nutzen Sie Schatten, Kleidung und Kopfbedeckung. Wenn Sie kurz vor dem Urlaub ein neues Medikament bekommen haben oder schon einmal stark auf Sonne reagiert haben, sollten Sie vorher abklären lassen, worauf Sie beim Sonnenschutz und beim Aufenthalt in der Sonne achten sollten.
Muss ich bei jedem Medikament Sonne meiden?
Nein. Sie müssen nicht bei jedem Medikament Sonne meiden. Entscheidend ist immer, welches Präparat Sie einnehmen oder anwenden, in welcher Dosierung, in welcher Form und wie empfindlich Ihre Haut ist. Schauen Sie in den Beipackzettel und achten Sie auf Hinweise bei Nebenwirkungen, Warnhinweisen oder besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament bitte nicht eigenständig ab, nur weil Sie sich in der Sonne aufhalten möchten.
Kann auch ein Gel oder eine Salbe Probleme in der Sonne machen?
Ja, auch bei Gelen oder Salben kann Sonne eine Rolle spielen, weil der Wirkstoff direkt auf die Haut aufgetragen wird. Wenn diese Hautstelle danach der Sonne ausgesetzt ist, kann sie je nach Präparat empfindlicher reagieren. Das betrifft zum Beispiel bestimmte entzündungshemmende Schmerzmittel. Beachten Sie deshalb die Hinweise im Beipackzettel besonders genau und schützen Sie behandelte Hautstellen vor Sonne und Solarium.
Was mache ich, wenn ich während der Einnahme eines Medikaments Sonnenbrand bekomme?
Gehen Sie zunächst aus der Sonne und kühlen Sie die Haut vorsichtig. Setzen Sie die betroffene Hautstelle nicht weiter der Sonne aus, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Beobachten Sie, ob die Reaktion stärker ausfällt als gewohnt oder ob Bläschen, Schwellungen, starke Schmerzen oder ein großflächiger Ausschlag dazukommen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament bitte nicht eigenständig ab. Bei stärkeren Beschwerden oder wiederkehrenden Reaktionen sollten Sie ärztlichen Rat einholen und prüfen lassen, ob ein Zusammenhang mit dem Medikament möglich ist.
Ist Solarium bei lichtempfindlicher Haut durch Medikamente ein Problem?
Ja, ein Solarium kann problematisch sein, wenn Ihr Medikament die Haut lichtempfindlicher machen kann. Denn es geht dabei nicht nur um natürliche Sonne, sondern auch um künstliche UV-Strahlung. Wenn im Beipackzettel Hinweise wie „Sonne meiden“, „UV-Strahlung meiden“ oder „Solarium meiden“ stehen, sollten Sie diese ernst nehmen.
Welcher Sonnenschutz ist besser: Creme, Fluid oder Gel-Creme?
Das hängt von Ihrer Haut ab. Wenn Sie zu unreiner Haut oder Akne neigen, können leichte, nicht komedogene Fluids oder Gel-Cremes angenehmer sein. Bei trockener oder gereizter Haut vertragen Sie vielleicht eine pflegendere Formulierung besser. Wichtig ist, dass Ihr Sonnenschutz zuverlässig vor UVA- und UVB-Strahlung schützt, einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor hat und sich gut auftragen lässt.
Persönliche Beratung zu Medikamenten und Sonne
Eine Hautreaktion in der Sonne lässt sich nicht immer sofort einordnen. Besonders dann nicht, wenn gleichzeitig Medikamente eingenommen, Salben verwendet und zusätzlich pflanzliche Präparate wie Johanniskraut genutzt werden.
In der Sempt Apotheke schauen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Medikamente relevant sein könnten und worauf Sie im Alltag achten sollten. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie ein neues Medikament bekommen haben, ein Schmerzgel verwenden, eine Akne-Behandlung machen oder vor dem Sommerurlaub wissen möchten, wie Sie Ihre Haut gut schützen.
Auch beim passenden Sonnenschutz beraten wir Sie gerne. Gerade bei lichtempfindlicher, gereizter oder unreiner Haut sollte der Schutz zuverlässig sein und sich im Alltag gut anwenden lassen.
Kommen Sie gerne bei uns in der Sempt Apotheke in Erding vorbei. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen rund um Medikamente, Sonne und den passenden Hautschutz.
