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ADHS und Darmflora: Wie Ihr Bauchgefühl Ihre Konzentration beeinflusst

Es gibt Tage, da will es mit der Konzentration einfach nicht klappen. Egal wie sehr man sich bemüht, die Gedanken springen von einem Thema zum nächsten. Den Fokus zu halten, fällt unsagbar schwer, manchmal scheint es sogar unmöglich. Vielen Menschen mit ADHS fällt an solchen Tagen auf, dass auch ihr Bauch sich anders anfühlt als an den „guten“ Tagen. Mitunter kommen sogar leichte Verdauungsprobleme hinzu. Die meisten Betroffenen halten dies für Zufall, dabei steckt mehr dahinter. Denn es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn, der sogenannten Darm-Hirn-Achse. Ist das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht, kann das die Konzentration beeinträchtigen und innere Unruhe sowie Stimmungsschwankungen verstärken.

ADHS verstehen: Mehr als nur Konzentrationsprobleme

In der Gesellschaft wird ADHS schnell auf Konzentrationsschwäche und Hyperaktivität reduziert. Viele Betroffene fühlen sich dadurch verständlicherweise missverstanden. Denn ADHS ist mehr als das und nichts, was sich durch reine Disziplin „in den Griff bekommen“ ließe. Vielmehr ist ADHS eine neurobiologische Entwicklungsstörung.

Typen von ADHS

    • Vorwiegend unaufmerksam: Betroffene haben große Schwierigkeiten, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Das kann zu Frustration führen, gerade wenn wichtige Tätigkeiten erledigt werden müssen.
    • Vorwiegend hyperaktiv-impulsiv: Ständiger Bewegungsdrang und innere Unruhe prägen den Alltag der Betroffenen. Sie handeln oft impulsiv, was in der Schule, im Beruf oder im sozialen Miteinander belastend sein kann.
    • Kombiniert: Bei dieser Form treten sowohl Konzentrationsprobleme als auch Hyperaktivität auf. Dadurch wird der Alltag für Betroffene besonders herausfordernd.

Neurobiologische Hintergründe

Eingangs haben wir es bereits kurz angesprochen: ADHS ist weder eine Charakterschwäche noch Faulheit, sondern eine neurobiologische Entwicklungsstörung. Im Gehirn sind Dopamin, Noradrenalin und Serotonin die zentralen Botenstoffe, die Aufmerksamkeit, Motivation und Belohnung beeinflussen – bei ADHS ist ihre Balance oft gestört. Das kann dazu führen, dass man sich überfordert fühlt, die Gedanken durcheinanderwirbeln oder die Konzentration erschwert ist.

Darm im Fokus: Warum er unser Denken und Fühlen beeinflusst

Unser Darm ist weit mehr als nur unser Verdauungsorgan. Er beeinflusst wie wir fühlen, denken und handeln. Die meisten Menschen wissen gar nicht, welchen Einfluss unser Darm tatsächlich auf unser Gehirn hat. Aber wie genau gelangt eigentlich die Botschaft vom Darm in unser Gehirn?

Wie der Darm mit dem Gehirn kommuniziert

Unser Darm sendet permanent Signale an unser Gehirn und zwar über Nerven, Hormone und Botenstoffe. Der Vagusnerv spielt hier eine zentrale Rolle. Er ist die direkte Verbindung, über die diese Signale vom Darm ins Gehirn gelangen. So beeinflusst der Darm unsere Stimmung, unsere Gedanken und auch unsere Konzentration. Ein gesundes Mikrobiom ist dafür besonders wichtig. Es trägt dazu bei, dass wir uns ruhig, konzentriert und ausgeglichen fühlen. Ist das Gleichgewicht im Darm gestört, kann es dagegen zu innerer Unruhe, Zerstreuung oder Konzentrationsproblemen kommen.

Mikrobiom – die kleinen Helfer in Ihrem Darm

Aber was ist eigentlich das Mikrobiom? Es bezeichnet die Billionen Mikroorganismen, die in unserem Darm leben. Sie sind nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern auch für die Produktion verschiedener Botenstoffe. So entstehen etwa 90% des „Glückshormons“ Serotonin im Darm. Auch die Dopamin-Produktion hängt von einem ausgewogenen Mikrobiom ab und ist wichtig für unsere Motivation und Aufmerksamkeit.

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich das auf unsere Stimmung, Konzentration und innere Ruhe auswirken. Viele Menschen spüren diese Veränderungen zuerst im Bauch: ein flaues Gefühl, Blähungen oder Unruhe.

Wissenschaftlich belegte Zusammenhänge

Studien zeigen, dass ein gesundes Mikrobiom Einfluss auf Stressreaktionen und kognitive Funktionen haben kann. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit ADHS mit einer ausgewogenen Darmflora ihre Konzentration verbessern und weniger innere Unruhe verspüren könnten.

ADHS und Darmflora – ein unsichtbarer Zusammenhang

Viele Menschen mit ADHS leiden an innerer Unruhe, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen. Diese Symptome haben neurobiologische Ursachen und zum Teil spielt auch Ihr Darm eine Rolle.

Erste wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Menschen mit ADHS häufiger eine veränderte Darmflora aufweisen. Ein Ungleichgewicht im Mikrobiom kann dazu führen, dass ADHS-Symptome verstärkt auftreten, wie zum Beispiel:

    • Impulsivität: schnelle, unüberlegte Handlungen
    • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen
    • Konzentrationsprobleme: Gedanken springen, Aufgaben werden nicht abgeschlossen

Wenn Sie die Zusammenhänge zwischen Darm und Gehirn verstehen, können Sie aktiv etwas für Ihr Wohlbefinden tun. Kleine Veränderungen in der Ernährung, gezielte Probiotika oder ein bewusster Umgang mit Stress können spürbar innere Ruhe, Konzentration und Stimmung verbessern.

Das bedeutet nicht, dass ADHS durch Ernährung oder Probiotika „geheilt“ werden kann. Aber es kann Sie dabei unterstützen, Ihre Symptome etwas abzumildern.

Was Ihrem Darm guttut – praktische Tipps

Viele wissen nicht, wie stark der Darm unser Wohlbefinden, unsere Konzentration und unsere innere Ruhe beeinflusst. Schon kleine Veränderungen im Alltag können sich positiv auswirken. Sie müssen nicht gleich alle Tipps umsetzen. Jeder kleine Schritt zählt.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst fördern das Wachstum der guten Darmbakterien. Diese helfen dabei, das Mikrobiom im Gleichgewicht zu halten. Eine ausgeglichene Darmflora kann Ihre Stimmung und Konzentration verbessern. Versuchen Sie zum Beispiel, ein Stück Obst am Nachmittag oder ein Vollkornbrot zum Frühstück zu essen.

Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha enthalten lebende Mikroorganismen. Diese unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern sind auch an der Produktion wichtiger Botenstoffe (z.B. Serotonin) beteiligt. Probieren Sie es aus und integrieren Sie regelmäßig fermentierte Lebensmittel in Ihren Alltag.

Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel können das Gleichgewicht der Darmflora stören, wenn sie übermäßig verzehrt werden. Die „schlechten“ Bakterien nehmen zu, was bei  ADHS zu mehr Unruhe oder Impulsivität führen kann. Wenn Sie Ihren Zuckerkonsum reduzieren und weniger stark verarbeitete Lebensmittel zu sich nehmen, kann sich das positiv auf Ihre innere Ruhe auswirken.

Praktische Tipps für den Alltag

    • Ballaststoffreich essen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst
    • Fermentierte Lebensmittel: Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi, Kombucha
    • Zucker reduzieren: Fertigprodukte und Süßgetränke vermeiden
    • Genug trinken: Wasser unterstützt Ballaststoffe beim Quellen und die Verdauung
    • Regelmäßige Bewegung & Schlaf: Unterstützt das Mikrobiom und stabilisiert die Stimmung
    • Gezielte Probiotika: Einige Bakterienstämme fördern Konzentration und innere Ruhe, z. B. Lactobacillus rhamnosus oder Bifidobacterium longum

So könnte ein Tag aussehen


Frühstück:
Haferbrei mit Joghurt, Nüssen und frischen Beeren
Snack: Gemüse-Sticks mit Hummus oder ein Stück Obst.
Mittagessen: Vollkornreis oder Vollkornnudeln mit Hülsenfrüchten und fermentiertem Gemüse.
Abendessen: Pellkartoffeln mit gedünstetem Gemüse und Quark.
Getränke: Wasser, ungesüßter Tee oder ein kleines Glas Kombucha (enthält minimal Alkohol).

Diese kleinen Schritte können Ihre Konzentration und innere Ruhe spürbar verbessern und geben Ihnen gleichzeitig das Gefühl, aktiv etwas für Ihre Gesundheit zu tun.

Unser Ernährungstagebuch für Sie zum Download

Mit unserem Ernährungstagebuch behalten Sie Ihre Essgewohnheiten ganz einfach im Blick. Laden Sie das PDF herunter, drucken Sie es aus und schreiben Sie täglich auf, wie sich Ihre Ernährung auf Stimmung, Energie und Konzentration auswirkt. So erkennen Sie schnell, welche Gewohnheiten Ihnen guttun.

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Fazit: Schritt für Schritt zu mehr Balance

Wir haben festgestellt: ADHS ist komplex und es gibt keine Universallösung, die für alle Betroffenen passt. Medikamente, Verhaltenstherapie, Bewegung, Ernährung und Struktur im Alltag können sich jedoch gegenseitig positiv beeinflussen und so den Alltag spürbar erleichtern.

Ein empfehlenswerter erster Schritt ist die Unterstützung einer gesunden Darmflora. Ein gesunder Darm hat einen positiven Einfluss auf unser Gehirn. Bereits kleine, regelmäßige Veränderungen wie ballaststoffreiche Mahlzeiten, fermentierte Lebensmittel, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung oder gezielte Probiotika, können Konzentration, innere Ruhe und Stimmung spürbar verbessern.

Wer konsequent kleine Veränderungen vornimmt, merkt oft, dass der Alltag einfacher fällt und die Symptome weniger stark ausgeprägt sind. ADHS ist keine persönliche Schwäche, sondern eine neurobiologische Besonderheit. Mit einem ganzheitlichen Ansatz können Sie Ihren Alltag leichter gestalten. Versuchen Sie es Schritt für Schritt, denn jeder kleine Schritt zählt.

Häufige Fragen zu ADHS und Darmflora

Unser Darm und unser Gehirn stehen in engem Austausch miteinander. Ein gesundes Mikrobiom kann dazu beitragen, dass wir klarer denken, ruhiger bleiben und unsere Stimmung stabiler ist. Bei Menschen mit ADHS zeigt die Forschung häufig eine veränderte Darmflora. Kleine Veränderungen in der Ernährung können helfen, den Darm wieder in Balance zu bringen.

Lebensmittel, die unsere guten Darmbakterien lieben, sind z. B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Fermentierte Produkte wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi liefern lebendige Mikroorganismen, die die Verdauung fördern und das Gleichgewicht im Darm unterstützen. Bereits kleine Anpassungen in der Ernährung, wie ein zusätzlicher Obstsnack oder ein Löffel Sauerkraut zum Mittagessen, können spürbare Effekte haben.

Einige Bakterienstämme, z. B. Lactobacillus rhamnosus oder Bifidobacterium longum, wurden gezielt auf ihre Wirkung auf Stimmung und Konzentration untersucht. Probiotika ersetzen zwar keine Therapie, können aber als sanfte, unterstützende Maßnahme helfen. Eine persönliche Beratung zeigt, welche Produkte zu Ihnen und Ihrem Alltag passen.

Zu viel Zucker kann das Gleichgewicht der Darmbakterien stören und bei ADHS Symptome wie Unruhe, Impulsivität oder Konzentrationsschwierigkeiten verstärken. Kleine Veränderungen, z. B. zuckerfreie Snacks oder Wasser statt Limonade, können bereits einen großen Unterschied machen.

Die Wirkung ist individuell unterschiedlich. Doch viele Menschen bemerken innerhalb weniger Wochen eine bessere Verdauung, mehr Energie und mehr innere Ruhe, wenn ballaststoffreiche und fermentierte Lebensmittel regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Ernährung kann ADHS nicht heilen oder eine ärztliche Behandlung ersetzen. Sie ist aber ein wertvoller Bestandteil im ganzheitlichen Ansatz. Ernährung kann dabei helfen, Symptome zu mildern und das Wohlbefinden zu stärken. In Kombination mit Therapie, Coaching oder Medikamenten kann eine bewusste Ernährung den Alltag deutlich erleichtern.

Regelmäßige, ballaststoffreiche Mahlzeiten, fermentierte Lebensmittel, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung, Schlaf und bei Bedarf gezielte Probiotika schaffen ein gesundes Umfeld für Ihre Darmbakterien. Kleine, gut umsetzbare Routinen, führen oft zu mehr innerer Ruhe, besserer Konzentration und mehr Energie.

Persönliche Beratung bei ADHS – wir begleiten Sie Schritt für Schritt

Jeder Mensch ist einzigartig, und genauso individuell ist auch der Weg zu mehr innerer Ruhe, Konzentration und Darmgesundheit. Was für die eine Person gut funktioniert, muss für die andere nicht passen.

Deshalb lohnt es sich, persönliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. In der Sempt Apotheke in Erding nehmen wir uns Zeit für Sie: Wir besprechen Ihre Fragen, schauen gemeinsam auf Ihre Ernährung und Ihre Lebensgewohnheiten. Gemeinsam entwickeln wir kleine, umsetzbare Schritte, die in Ihren Alltag passen.

Egal ob Sie unsicher sind, welche Lebensmittel besonders geeignet sind, oder wissen möchten, welche Probiotika für Sie sinnvoll sein könnten – wir beraten Sie individuell, verständlich und praxisnah.

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