Mit dem Baby entspannt durch den Sommer
Babyhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Direkte Sonne sollte deshalb gerade im ersten Lebensjahr möglichst vermieden werden. Auch an einem schattigen Platz braucht Ihr Baby einen passenden Schutz, denn UV-Strahlen erreichen die Haut ebenso über die Umgebung und reflektierende Flächen.
Für einen sicheren Sommer spielen mehrere Dinge zusammen: leichte Kleidung, ein Sonnenhut, ein verlässlicher Schattenplatz und Sonnencreme auf den Hautstellen, die sich nicht bedecken lassen. Bei hohen Temperaturen muss außerdem genügend Luft an den Kinderwagen gelangen, damit sich die Wärme darunter nicht staut.
Inhaltsverzeichnis
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- Warum Babyhaut besonderen Schutz braucht
- Direkte Sonne vermeiden
- Schützende Kleidung für Babys
- Sonnencreme für Babys
- Hitzestau im Kinderwagen vermeiden
- Überhitzung erkennen und richtig reagieren
- Trinken bei Hitze
- Sonnenbrand beim Baby
- Das Wichtigste auf einen Blick
- Häufige Fragen
- Persönliche Beratung
Babyhaut und Sonne: Warum besonderer Schutz nötig ist
Babyhaut ist noch nicht so weit entwickelt wie die Haut eines Erwachsenen. Sie ist deutlich dünner, enthält weniger schützende Pigmente und kann UV-Strahlung deshalb schlechter abfangen. Gleichzeitig liegen empfindliche Hautzellen näher an der Oberfläche.
Auch die natürlichen Schutzmechanismen der Babyhaut sind noch nicht vollständig ausgereift. Sie bildet weniger Melanin – also den Farbstoff, der einen Teil der UV-Strahlung aufnehmen kann – und kann sich noch nicht so gut gegen wiederholte Sonneneinstrahlung schützen. Deshalb kann bereits eine relativ kurze Zeit in der Sonne ausreichen, um die Haut zu belasten, selbst wenn zunächst keine deutliche Rötung zu sehen ist.
Ein Sonnenbrand ist bei Babys besonders ernst zu nehmen. UV-Schäden können sich im Laufe des Lebens summieren und das spätere Hautkrebsrisiko erhöhen. Gerade im ersten Lebensjahr braucht Babyhaut deshalb einen konsequenten Schutz vor direkter Sonne.
Sonnenschutz für Babys: Direkte Sonne möglichst vermeiden
Babys sollten im ersten Lebensjahr möglichst keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Das gilt auch dann, wenn die Temperaturen angenehm sind oder ein leichter Wind weht. Wärme und UV-Strahlung sind zwei verschiedene Dinge: Ein kühler oder bewölkter Tag kann trotzdem mit einer hohen UV-Belastung verbunden sein. Für den Alltag bedeutet das, dass ein verlässlicher Schattenplatz immer an erster Stelle steht.
Welcher Schatten schützt Ihr Baby zuverlässig?
Ein großer Sonnenschirm, ein festes Sonnensegel oder eine dichte Baumkrone halten direkte Sonnenstrahlen deutlich besser ab als ein Platz mit lockerem Blätterschatten. Fallen immer wieder einzelne Sonnenflecken auf den Kinderwagen oder die Babydecke, ist der Schutz nicht gleichmäßig. Besonders Gesicht, Kopf, Nacken, Hände und Füße sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Auch ein zunächst gut gewählter Schattenplatz bleibt nicht automatisch den ganzen Nachmittag schattig. Mit dem Stand der Sonne wandert auch der Schatten. Auf dem Balkon, im Garten oder im Café kann ein Kinderwagen dadurch nach einiger Zeit wieder teilweise in der Sonne stehen. Prüfen Sie daher zwischendurch, ob Ihr Baby noch vollständig geschützt liegt.
Im Schatten ist die UV-Strahlung zwar geringer, ganz ohne UV-Belastung ist Ihr Baby dort jedoch nicht. Heller Sand, Wasser, Steinplatten und helle Hauswände können UV-Strahlung reflektieren. Deshalb braucht Ihr Baby am Strand, am See, im Freibad oder auf einer hell gepflasterten Terrasse auch im Schatten schützende Kleidung und einen Sonnenhut.
Was sagt der UV-Index aus?
Der UV-Index gibt an, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung an einem Tag voraussichtlich wird. Je höher der Wert ist, desto schneller kann ungeschützte Haut geschädigt werden. Ab einem UV-Index von 3 sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Bei Babys sollte direkte Sonne jedoch unabhängig vom angezeigten Wert vermieden werden, da ihre Haut besonders empfindlich ist.
Den aktuellen UV-Index finden Sie in vielen Wetter-Apps sowie in der UV-Index-Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Eine ausführliche Erklärung der einzelnen Werte und der dazugehörigen Schutzempfehlungen bietet außerdem das Bundesamt für Strahlenschutz. Achten Sie auf den vorhergesagten Tageshöchstwert für Ihren Aufenthaltsort und nicht nur auf die aktuelle Temperatur.
Praxis-Tipp: UV-Prognose per Newsletter
Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet einen kostenlosen UV-Newsletter an. Von April bis September erhalten Sie dreimal pro Woche die erwarteten UV-Index-Werte für die kommenden drei Tage direkt per E-Mail. So können Sie Spaziergänge und längere Aufenthalte im Freien besser planen.
Die stärkste UV-Strahlung wird meist rund um die Mittagszeit erreicht. Als einfache Orientierung können Sie längere Spaziergänge und Aufenthalte im Freien möglichst auf den Vormittag oder den späteren Nachmittag legen. Bei einem hohen UV-Index kann die Belastung allerdings auch außerhalb dieser Zeiten noch deutlich sein. Der Blick auf die Vorhersage ist deshalb verlässlicher als eine feste Uhrzeit allein.
So schützt Kleidung Babys vor der Sonne
Kleidung bildet neben einem verlässlichen Schattenplatz die wichtigste Schutzschicht für die empfindliche Babyhaut. Sie sollte möglichst viel Haut bedecken, ohne dass Ihrem Baby darunter zu warm wird. Gut geeignet sind leichte, locker sitzende Oberteile mit längeren Ärmeln sowie lange oder knielange Hosen. Eng anliegende Kleidung kann Wärme stärker am Körper halten und ist an heißen Tagen meist weniger angenehm.
Leichte Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
Für warme Sommertage eignen sich locker sitzende Oberteile mit längeren Ärmeln und leichte Hosen, die möglichst viel Haut bedecken. Angenehm sind zum Beispiel dünne Baumwoll- oder Leinenstoffe, weil sie Luft an die Haut lassen und Feuchtigkeit gut aufnehmen. Auch leichte Hemdchen, Blusen, Shirts und Sommerhosen aus dicht gewebter Baumwolle sind für den Alltag gut geeignet.
Der Stoff sollte leicht, aber nicht durchsichtig oder weitmaschig sein. Halten Sie das Kleidungsstück gegen das Licht. Sind die Zwischenräume im Gewebe deutlich zu erkennen oder scheint viel Licht hindurch, bietet es meist weniger Schutz. Sehr dünner Musselin oder locker gewebtes Leinen fühlt sich zwar luftig an, bedeckt die Haut aber nicht automatisch ausreichend vor UV-Strahlung.
Polyester und andere Kunstfasern können UV-Strahlung ebenfalls gut abhalten, besonders wenn der Stoff dicht verarbeitet ist. An sehr heißen Tagen kann sich das Material jedoch weniger angenehm anfühlen und Wärme stärker am Körper halten. Für den normalen Aufenthalt im Schatten sind lockere Kleidungsstücke aus Baumwolle oder einem Baumwoll-Leinen-Gemisch daher oft eine praktische Wahl.
Ein Sonnenhut sollte den Kopf, die Ohren und möglichst auch den Nacken bedecken. Modelle mit einer breiten Krempe oder einem zusätzlichen Nackenschutz schützen mehr Haut als eine einfache Kappe. Wichtig ist außerdem, dass der Hut gut sitzt, ohne einzuengen oder ständig zu verrutschen.
Kontrollieren Sie zwischendurch die Stellen, die bei Babys schnell unbedeckt bleiben. Ärmel und Hosenbeine können beim Tragen oder im Kinderwagen hochrutschen. Auch Nacken, Ohren, Hände, Fußrücken und Unterschenkel liegen dadurch manchmal plötzlich frei. Lassen sich diese Stellen nicht durch Kleidung schützen, kann dort eine für Babys geeignete Sonnencreme verwendet werden.
Braucht ein Baby spezielle UV-Schutzkleidung?
Für den normalen Alltag im Schatten ist spezielle UV-Schutzkleidung nicht grundsätzlich erforderlich. Auch dicht gewebte, möglichst körperbedeckende Alltagskleidung kann einen guten Schutz bieten. UV-Kleidung kann jedoch sinnvoll sein, wenn Sie längere Zeit am Wasser verbringen, in einer Region mit hoher UV-Belastung unterwegs sind oder sich die Haut mit normaler Kleidung nur schwer vollständig bedecken lässt.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Kennzeichnung. Kleidung nach dem UV-Standard 801 wird unter Bedingungen geprüft, die auch gedehnten, feuchten und bereits getragenen Stoff berücksichtigen. Empfohlen wird ein UV-Schutzfaktor von mindestens 30. Für Badebekleidung sind langärmelige Oberteile und Modelle, die Schultern und Rücken bedecken, besonders praktisch.
Normale Baumwollkleidung kann im nassen Zustand deutlich mehr UV-Strahlung durchlassen, vor allem wenn der Stoff dünn oder locker gewebt ist. Nach dem Baden sollte nasse Kleidung deshalb gewechselt werden, sobald Ihr Baby wieder außerhalb des Wassers liegt.
Sonnencreme für Babys: Schutz für unbedeckte Hautstellen
Im ersten Lebensjahr sollte Sonnencreme möglichst zurückhaltend verwendet werden. Babyhaut ist noch besonders empfindlich und ihre natürliche Schutzbarriere ist noch nicht vollständig ausgereift. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt deshalb, bei Babys möglichst auf Sonnencreme zu verzichten und die Haut stattdessen vor allem durch Schatten und Kleidung zu schützen.
Im Alltag lassen sich jedoch nicht immer alle Hautstellen vollständig bedecken. Bleiben beispielsweise Teile des Gesichts, die Hände oder die Fußrücken frei, können diese Stellen mit einer für Babys geeigneten Sonnencreme geschützt werden. Sie wird dabei gezielt auf die unbedeckte Haut aufgetragen und nicht als Ersatz für einen Schattenplatz oder schützende Kleidung verwendet.
Darauf sollten Sie bei einer Sonnencreme für Babys achten
Wählen Sie eine Sonnencreme, die ausdrücklich für Babys oder Kinder geeignet ist und sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützt. Das Produkt sollte möglichst parfümfrei, wasserfest und für empfindliche Haut geeignet sein. Mit einem Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+ sind die wenigen unbedeckten Hautstellen besonders zuverlässig geschützt. Das gilt vor allem bei hoher UV-Belastung, am Wasser, im Gebirge oder in sonnenreichen Urlaubsregionen.
Cremes und Lotionen sind für Babys meist praktischer als Sprays. Sie lassen sich gezielt auftragen und gleichmäßiger verteilen. Bei einem Spray ist dagegen schwerer zu erkennen, wie viel Produkt tatsächlich auf der Haut angekommen ist. Außerdem sollte vermieden werden, dass Ihr Baby feine Sprühtröpfchen einatmet.
Sonnencremes können mineralische, chemische oder eine Kombination aus beiden UV-Filtern enthalten. Mineralische Filter wie Titandioxid oder Zinkoxid können einen sichtbaren weißen Film auf der Haut hinterlassen. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern eine typische Eigenschaft vieler mineralischer Sonnenschutzmittel. Chemische UV-Filter – fachlich auch organische UV-Filter genannt – nehmen UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um.
Für die Auswahl einer Sonnencreme für Ihr Baby ist die Filterart allein nicht ausschlaggebend. Wichtiger sind eine ausdrückliche Eignung für Babys oder Kinder, ein hoher Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung, eine parfümfreie Formulierung und eine gute Verträglichkeit. Bei sehr empfindlicher Haut, Neurodermitis oder bekannten Unverträglichkeiten empfiehlt sich eine individuelle Beratung in der Apotheke oder in der kinderärztlichen Praxis.
Sonnencreme richtig auftragen
Tragen Sie die Sonnencreme großzügig und gleichmäßig auf alle Hautstellen auf, die nicht durch Kleidung bedeckt sind. Häufig vergessen werden die Ohren, der Nacken, die Handrücken, die Fußrücken und die Übergänge zwischen Ärmeln oder Hosenbeinen und der freien Haut. Wird zu wenig Creme verwendet oder bleiben kleine Stellen aus, fällt der tatsächliche Schutz geringer aus als der auf der Verpackung angegebene Lichtschutzfaktor.
Beachten Sie beim Auftragen die Hinweise auf der Verpackung. Viele Sonnenschutzmittel sollen bereits vor dem Aufenthalt im Freien verwendet werden. Lassen Sie die Creme anschließend kurz einziehen, bevor Sie Ihr Baby anziehen oder auf eine Decke legen. So verteilt sich das Produkt weniger stark auf Kleidung und Textilien.
Durch Wasser, Schwitzen, Reibung an der Kleidung oder das Abtrocknen mit einem Handtuch kann ein Teil der Sonnencreme verloren gehen. Cremen Sie die betroffenen Hautstellen danach erneut ein. Auch wasserfeste Produkte müssen nach dem Baden oder Abtrocknen aufgefrischt werden.
Nachcremen erhält den vorhandenen Schutz, verlängert aber nicht die Zeit, die Ihr Baby in der Sonne verbringen kann. Auch mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ sollte direkte Sonne im ersten Lebensjahr möglichst vermieden werden.
Kinderwagen im Sommer: Sonnenschutz ohne Hitzestau
Im Kinderwagen liegt Ihr Baby zwar geschützt und im Schatten, an warmen Tagen kann sich dort jedoch Wärme sammeln. Das Verdeck allein ist dabei meist nicht das Problem. Kritisch wird es vor allem dann, wenn die Öffnung zusätzlich mit einem Tuch, einer Decke oder einem anderen Stoff abgedeckt wird.
Warum Tücher vor dem Kinderwagen gefährlich werden können
Ein Mulltuch oder eine dünne Decke vor dem Kinderwagen wirkt auf den ersten Blick wie ein einfacher Sonnenschutz. Der Stoff hält zwar direkte Sonnenstrahlen ab, behindert aber gleichzeitig den Luftaustausch. Die warme Luft kann schlechter entweichen, sodass sich die Temperatur im Wagen erhöht. Auch sehr leichte und luftige Stoffe sollten deshalb nicht vollständig über die Öffnung gelegt werden.
Hinzu kommt, dass das Baby hinter der Abdeckung kaum noch zu sehen ist. Erste Anzeichen dafür, dass ihm zu warm wird, können dadurch später auffallen. Lassen Sie die Öffnung des Kinderwagens daher frei und nutzen Sie lieber das vorhandene Verdeck, einen passenden Sonnenschirm oder ein Sonnensegel, das für das jeweilige Kinderwagenmodell vorgesehen ist. Der Sonnenschutz sollte Schatten spenden, ohne den Wagen rundherum zu verschließen.
Die Temperatur im Kinderwagen regelmäßig kontrollieren
Verlassen Sie sich nicht allein auf die Außentemperatur. Im Inneren des Kinderwagens kann es deutlich wärmer sein, weil das Verdeck, die Polsterung und die Seitenwände den Luftaustausch begrenzen. Stellen Sie den Wagen bei Pausen möglichst an einen luftigen Schattenplatz und vermeiden Sie aufgeheizte Flächen, etwa direkt neben Hauswänden oder auf einer sonnigen Terrasse.
Kontrollieren Sie während des Spaziergangs regelmäßig, ob Ihrem Baby zu warm ist. Fühlen Sie dazu am besten im Nacken oder am oberen Rücken. Die Haut darf warm sein, sollte sich aber nicht heiß oder stark verschwitzt anfühlen. Hände und Füße eignen sich weniger gut zur Beurteilung, da sie sich bei Babys häufig kühler anfühlen als der übrige Körper.
Ist Ihr Baby sehr warm oder verschwitzt, nehmen Sie es aus dem Wagen und bringen Sie es an einen kühleren, gut belüfteten Ort. Entfernen Sie eine Kleidungsschicht und beobachten Sie, ob es sich rasch erholt.
Lebensgefahr durch Hitze: Babys niemals allein im Auto lassen
Ein geparktes Auto kann sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Das gilt auch bei mäßigen Außentemperaturen, auf einem zunächst schattigen Parkplatz und bei leicht geöffnetem Fenster. Für ein Baby kann die Hitze im Innenraum schnell lebensgefährlich werden.
Lassen Sie Ihr Baby deshalb niemals allein im Fahrzeug zurück – auch nicht für wenige Minuten, während Sie kurz etwas erledigen. Nehmen Sie Ihr Kind bei jedem Halt mit aus dem Auto.
Entdecken Sie ein Kind allein in einem aufgeheizten Fahrzeug, prüfen Sie sofort, ob es ansprechbar ist, und versuchen Sie, die verantwortliche Person ausfindig zu machen. Wirkt das Kind benommen, reagiert es kaum oder befindet es sich erkennbar in Gefahr, wählen Sie umgehend den Notruf unter 112.
Überhitzung beim Baby erkennen und richtig reagieren
Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene und reagieren deshalb besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Ihr Körper kann überschüssige Wärme noch nicht so gut abgeben. Gleichzeitig können Babys weder Kleidung selbst ablegen noch mitteilen, dass ihnen zu warm ist. Gerade an heißen Tagen lohnt es sich deshalb, auf Veränderungen ihres Verhaltens und ihres Allgemeinzustands zu achten.
Erste Anzeichen dafür, dass Ihrem Baby zu warm ist
Ist Ihrem Baby zu warm, kann es unruhiger, quengeliger oder ungewöhnlich müde wirken. Weitere mögliche Anzeichen sind ein feuchter Kopf oder Nacken, gerötete Haut, starkes Schwitzen, ein Hitzeausschlag oder eine schnellere Atmung. Manche Babys möchten häufiger trinken, andere trinken schlechter als sonst. Entscheidend ist das Gesamtbild: Sie kennen Ihr Kind am besten und sollten aufmerksam werden, wenn es sich deutlich anders verhält als gewohnt.
So helfen Sie Ihrem Baby bei leichter Überwärmung
Bringen Sie Ihr Baby an einen kühleren, gut belüfteten Ort und entfernen Sie überflüssige Kleidungsschichten. Eine Windel und ein leichter Body können bei großer Hitze bereits ausreichen. Nehmen Sie auch die Mütze ab, sobald sich Ihr Baby in einem geschützten Innenraum oder vollständig im Schatten befindet.
Zur sanften Abkühlung können Sie Gesicht, Nacken, Arme und Beine mit einem feuchten, handwarmen Tuch abwischen. Eiskaltes Wasser, Kühlpacks oder sehr kalte Bäder sind ungeeignet, weil sie den Kreislauf zusätzlich belasten und den Körper zu schnell abkühlen können. Bieten Sie Ihrem Baby außerdem die für sein Alter übliche Nahrung oder Flüssigkeit an.
Beobachten Sie, ob sich Hauttemperatur, Atmung und Verhalten innerhalb kurzer Zeit wieder normalisieren. Bleibt Ihr Baby ungewöhnlich schlapp, trinkt es schlecht oder wirkt es weiterhin sehr heiß, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Wann Überhitzung zum Notfall wird
Eine starke Überhitzung oder ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Warnzeichen sind eine sehr heiße Haut, eine auffallend schnelle und flache Atmung, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit. Auch ein Baby, das kaum reagiert oder sich nur schwer wecken lässt, braucht sofort medizinische Hilfe. Bei einem Hitzschlag kann die Haut zunächst gerötet, später auch grau oder bläulich wirken. Sie kann heiß und trocken sein, weil der Körper nicht mehr ausreichend schwitzt.
Bringen Sie Ihr Baby aus der Hitze, entfernen Sie einengende Kleidung und kühlen Sie es vorsichtig mit feuchten, nicht zu kalten Tüchern. Lassen Sie Ihr Kind nicht allein.
Wann Sie sofort den Notruf wählen sollten
Rufen Sie unter 112 sofort medizinische Hilfe, wenn Ihr Baby bewusstlos ist, Krämpfe bekommt, kaum oder gar nicht reagiert oder auffällige Atemprobleme zeigt. Bringen Sie es aus der Hitze, lassen Sie es nicht allein und geben Sie einem bewusstlosen oder nicht richtig ansprechbaren Kind nichts zu trinken.
Wie viel sollten Babys bei Hitze trinken?
An heißen Tagen fragen sich viele Eltern, ob ihr Baby zusätzlich Wasser braucht. Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie alt das Kind ist und ob es ausschließlich Milch bekommt oder bereits mehrere Beikostmahlzeiten isst. Für junge Säuglinge gelten dabei andere Empfehlungen als für Babys, die schon regelmäßig Brei bekommen.
Voll gestillte Babys brauchen normalerweise kein zusätzliches Wasser
Ein gesundes Baby, das ausschließlich gestillt wird, erhält auch bei sommerlicher Hitze in der Regel genügend Flüssigkeit über die Muttermilch. Zusätzliche Getränke wie Wasser oder Tee sind in den ersten Lebensmonaten normalerweise nicht notwendig. Bieten Sie Ihrem Baby stattdessen häufiger die Brust an und lassen Sie es selbst bestimmen, wie lange und wie oft es trinken möchte. An warmen Tagen können die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten deutlich kürzer werden.
Stillende Mütter sollten auch auf den eigenen Flüssigkeitsbedarf achten und regelmäßig trinken. Eine vorgeschriebene Trinkmenge gibt es dabei nicht. Orientieren Sie sich am Durst und stellen Sie sich am besten bei jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser bereit.
Auch Flaschenbabys benötigen meist keine zusätzlichen Getränke
Ein gesundes Baby, das ausschließlich Pre-Nahrung oder eine andere Säuglingsmilchnahrung erhält, braucht bei Hitze normalerweise ebenfalls kein zusätzliches Wasser. Bieten Sie die Flasche bei Bedarf etwas häufiger an und achten Sie darauf, ob Ihr Baby Hunger- oder Durstzeichen zeigt.
Bereiten Sie die Säuglingsmilch immer genau nach den Angaben auf der Verpackung zu. Geben Sie weder zusätzliches Wasser in die fertige Flasche noch weniger Milchpulver hinein. Eine zu stark verdünnte Nahrung liefert zu wenig Energie und verändert das vorgesehene Verhältnis von Wasser und Nährstoffen. Reste einer bereits gefütterten Flasche sollten nicht für später aufgehoben werden.
Ab der Beikost wird Wasser zunehmend wichtig
Mit den ersten Breimahlzeiten wird nicht automatisch sofort eine größere zusätzliche Trinkmenge benötigt. Solange Ihr Baby erst ein oder zwei Breimahlzeiten erhält und weiterhin regelmäßig gestillt wird oder Säuglingsmilch bekommt, wird ein großer Teil des Flüssigkeitsbedarfs noch über die Milch gedeckt. Spätestens wenn der dritte Brei eingeführt ist, sollte zu den Mahlzeiten zusätzlich Wasser angeboten werden.
Am besten eignet sich frisches Leitungswasser. In Deutschland ist es in der Regel auch für Babys geeignet. Lassen Sie abgestandenes Wasser zunächst ablaufen, bis es kühl aus der Leitung kommt. Alternativ kann stilles Mineralwasser verwendet werden, das ausdrücklich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Süße Getränke, Saft und gesüßte Tees sind keine geeigneten Durstlöscher.
Bieten Sie das Wasser möglichst aus einem offenen Becher oder einem kleinen Trinklernbecher an. Anfangs nimmt Ihr Baby vielleicht nur wenige Schlucke. Das ist normal. Regelmäßiges Anbieten hilft ihm dabei, sich an das Trinken aus dem Becher zu gewöhnen. An sehr heißen Tagen darf Wasser häufiger angeboten werden, ohne das Kind zum Trinken zu drängen.
Woran Sie erkennen, ob Ihr Baby genug Flüssigkeit bekommt
Achten Sie darauf, ob Ihr Baby regelmäßig nasse Windeln hat, aufmerksam wirkt und sein Mund feucht ist. Wie häufig die Windeln nass sind, ist von Baby zu Baby unterschiedlich und hängt unter anderem vom Alter und vom Trinkverhalten ab.
Deutlich weniger nasse Windeln als sonst, ein trockener Mund, ungewöhnliche Müdigkeit oder eine eingesunkene Fontanelle können auf einen Flüssigkeitsmangel hinweisen. Trinkt Ihr Baby gleichzeitig deutlich schlechter oder wirkt es ungewöhnlich schlapp, sollte es zeitnah kinderärztlich untersucht werden.
Sonnenbrand beim Baby: Was jetzt zu tun ist
Ein Sonnenbrand ist keine harmlose Hautreizung, sondern eine Verbrennung der Haut. Bei Babys muss er besonders ernst genommen werden, weil ihre Haut noch sehr empfindlich ist und bereits eine kleine betroffene Fläche im Verhältnis zum Körper groß sein kann. Zeigt sich bei einem Säugling eine deutliche Rötung nach einem Aufenthalt im Freien, sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden.
So erkennen Sie einen Sonnenbrand
Die Haut wird häufig nicht sofort rot. Erste Veränderungen können sich erst drei bis vier Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne zeigen. Die betroffenen Stellen fühlen sich warm oder heiß an, spannen und reagieren empfindlich auf Berührung. Das Baby kann unruhig sein oder weinen, wenn Kleidung über die gereizte Haut reibt.
Bei einem stärkeren Sonnenbrand kann die Haut anschwellen oder Blasen bilden. Auch Fieber, Übelkeit, Erbrechen, auffällige Müdigkeit oder ein insgesamt schlechter Zustand sind Warnzeichen. Blasen dürfen nicht geöffnet werden, weil dadurch Keime leichter in die geschädigte Haut eindringen können.
Die gereizte Haut vorsichtig kühlen
Bringen Sie Ihr Baby sofort aus der Sonne und halten Sie es auch in den folgenden Tagen konsequent im Schatten. Kühlen Sie die betroffenen Stellen vorsichtig mit feuchten, kühlen Tüchern. Das Wasser sollte angenehm kühl, aber nicht eiskalt sein. Gefrorene Kühlpacks oder Eis dürfen nicht direkt auf die Haut gelegt werden, weil sie das Gewebe zusätzlich schädigen können.
Lockere Kleidung oder eine unbedeckte Hautstelle verhindern, dass der Stoff über die schmerzende Haut reibt. Für Babys geeignete, parfümfreie Feuchtigkeitslotionen oder kühlende Gele können die Haut beruhigen. Fetthaltige Salben und Öle sind ungeeignet, da sie die Wärme in der Haut halten können. Welche Pflege sich für die empfindliche Babyhaut eignet, lässt sich in der Apotheke individuell klären.
Bieten Sie Ihrem Baby außerdem häufiger die Brust oder die gewohnte Säuglingsmilch an. Durch die gereizte Haut und mögliche Wärmebelastung kann der Flüssigkeitsbedarf erhöht sein.
Mit einem Baby immer ärztlichen Rat einholen
Mit einem Säugling sollten Sie bei einem Sonnenbrand ärztlichen Rat einholen, auch wenn die Rötung zunächst nur leicht erscheint. Das gilt besonders, wenn eine größere Hautfläche betroffen ist, sich Blasen bilden oder Ihr Baby jünger als drei Monate ist.
Bei Fieber, Erbrechen, Trinkschwäche, auffälliger Schläfrigkeit, Kreislaufproblemen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte Ihr Baby umgehend medizinisch untersucht werden.
Fazit: Mit dem Baby sicher durch den Sommer
Babys reagieren besonders empfindlich auf Sonne und hohe Temperaturen. Ihre Haut besitzt noch keinen ausreichenden Eigenschutz, und auch die Regulation der Körpertemperatur funktioniert noch nicht so zuverlässig wie bei Erwachsenen. Direkte Sonne sollte deshalb gerade im ersten Lebensjahr möglichst vermieden werden.
Draußen braucht Ihr Baby vor allem einen verlässlichen Schattenplatz. Leichte, dicht gewebte Kleidung und ein gut sitzender Sonnenhut schützen die empfindliche Haut zusätzlich. Sonnencreme ergänzt diesen Schutz auf den wenigen Hautstellen, die sich nicht durch Kleidung bedecken lassen.
An heißen Tagen spielt neben dem Sonnenschutz auch die Luftzirkulation eine wichtige Rolle. Tücher und Decken vor dem Kinderwagen können einen Hitzestau begünstigen, und in einem geparkten Auto kann die Temperatur innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich ansteigen. Regelmäßige Pausen an einem kühlen Ort und ein aufmerksamer Blick auf Hauttemperatur, Atmung, Trinkverhalten und Allgemeinzustand helfen dabei, eine Überwärmung früh zu erkennen.
Auch beim Trinken gelten je nach Alter und Ernährung unterschiedliche Empfehlungen. Achten Sie deshalb auf das gewohnte Trinkverhalten Ihres Babys und auf deutliche Veränderungen, etwa ungewöhnlich wenige nasse Windeln oder auffällige Müdigkeit.
Häufige Fragen zu Babys im Sommer
Wie ziehe ich mein Baby bei großer Hitze richtig an?
Wählen Sie leichte, locker sitzende Kleidung, unter der die Luft gut zirkulieren kann. Geeignet sind beispielsweise ein dünner Body, ein leichtes Oberteil und eine luftige Hose aus Baumwolle oder einem Baumwoll-Leinen-Gemisch. Draußen sollte die Kleidung möglichst viel Haut bedecken und dicht genug gewebt sein, um vor UV-Strahlung zu schützen.
Eine feste Kleidungsregel allein anhand der Außentemperatur gibt es nicht. Prüfen Sie zwischendurch im Nacken oder am oberen Rücken, ob sich die Haut angenehm warm oder bereits heiß und verschwitzt anfühlt. Dann können Sie eine Kleidungsschicht entfernen. Hände und Füße fühlen sich bei Babys häufig etwas kühler an und eignen sich weniger gut zur Beurteilung.
Darf mein Baby im Sommer nur eine Windel tragen?
In Innenräumen oder an einem vollständig geschützten und schattigen Platz kann es bei großer Hitze angenehm sein, wenn Ihr Baby zeitweise nur eine Windel trägt. Achten Sie darauf, dass es nicht in der Zugluft liegt und beim Schlafen nicht auskühlt.
Draußen ist unbedeckte Haut dagegen stärker der UV-Strahlung ausgesetzt. Dort schützen leichte, locker sitzende Kleidung und ein Sonnenhut besser vor der Sonne. Auch an einem Schattenplatz kann UV-Strahlung durch die Umgebung und reflektierende Flächen auf die Haut gelangen.
Braucht mein Baby bei Hitze zusätzlich Wasser?
Voll gestillte Babys benötigen auch an heißen Tagen normalerweise kein zusätzliches Wasser. Bieten Sie stattdessen häufiger die Brust an. Auch Babys, die ausschließlich Säuglingsmilch erhalten, bekommen ihren Flüssigkeitsbedarf in der Regel über die gewohnte Nahrung gedeckt und dürfen bei Bedarf häufiger gefüttert werden.
Zusätzliches Wasser wird meist erst notwendig, wenn die dritte Breimahlzeit eingeführt ist. Säuglingsmilch darf bei Hitze nicht stärker verdünnt werden als auf der Verpackung angegeben. Deutlich weniger nasse Windeln, ein trockener Mund, schlechtes Trinken oder ungewöhnliche Müdigkeit sollten kinderärztlich abgeklärt werden.
Darf ich mein Baby unter einem Jahr mit Sonnencreme eincremen?
Im ersten Lebensjahr sollte Sonnencreme möglichst zurückhaltend und nicht großflächig verwendet werden. Die empfindliche Babyhaut wird am besten durch einen verlässlichen Schattenplatz, leichte Kleidung und einen Sonnenhut geschützt.
Lassen sich einzelne Stellen wie Teile des Gesichts, die Hände oder die Fußrücken nicht ausreichend bedecken, können Sie dort eine für Babys geeignete Sonnencreme auftragen. Achten Sie auf UV-A- und UV-B-Schutz, Lichtschutzfaktor 50 oder 50+, eine parfümfreie Formulierung und eine gute Verträglichkeit. Sonnencreme ersetzt weder Kleidung noch Schatten.
Wie merke ich, ob meinem Baby zu warm ist?
Fühlen Sie im Nacken oder am oberen Rücken Ihres Babys. Die Haut darf warm sein, sollte sich aber nicht heiß oder stark verschwitzt anfühlen. Auch Unruhe, Quengeln, ein feuchter Kopf, gerötete Haut, ungewöhnliche Müdigkeit, eine schnellere Atmung oder ein verändertes Trinkverhalten können darauf hinweisen, dass Ihrem Baby zu warm ist.
Bringen Sie Ihr Baby an einen kühleren, gut belüfteten Ort und entfernen Sie überflüssige Kleidung. Erholt es sich nicht rasch, bleibt es auffällig schlapp oder trinkt deutlich schlechter als sonst, sollte es medizinisch untersucht werden.
Was tun, wenn mein Baby einen Sonnenbrand hat?
Bringen Sie Ihr Baby sofort aus der Sonne und kühlen Sie die geröteten Hautstellen vorsichtig mit feuchten, angenehm kühlen Tüchern. Verwenden Sie kein Eis, keine gefrorenen Kühlpacks und keine sehr kalten Umschläge direkt auf der Haut. Blasen dürfen nicht geöffnet werden.
Ein Sonnenbrand sollte bei einem Säugling ärztlich abgeklärt werden, auch wenn die Rötung zunächst leicht erscheint. Bei Blasen, Fieber, Erbrechen, Trinkschwäche, ungewöhnlicher Schläfrigkeit oder einer größeren betroffenen Hautfläche ist eine rasche medizinische Untersuchung besonders wichtig.
Persönliche Beratung in Ihrer Mutter-Kind-Apotheke
Beim ersten Sommer mit Baby entstehen schnell ganz praktische Fragen: Welche Sonnencreme eignet sich für empfindliche Babyhaut? Ist spezielle UV-Schutzkleidung notwendig? Und worauf sollten Sie achten, wenn Ihr Baby zu Neurodermitis oder Hautreizungen neigt?
Als zertifizierte Mutter-Kind-Apotheke in Erding nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen. Wir beraten Sie zu geeigneten Sonnenschutzmitteln, erklären die Unterschiede zwischen den verschiedenen UV-Filtern und helfen Ihnen dabei, ein Produkt auszuwählen, das zum Alter und zur Haut Ihres Babys passt. Auch bei Fragen zum Trinken an heißen Tagen, zu Anzeichen einer Überwärmung oder zum Sonnenschutz für Ausflüge und Reisen sind wir gerne für Sie da.
