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Wenn Müdigkeit, Unruhe oder Stimmungstiefs Fragen aufwerfen

Anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit oder innere Unruhe werden schnell mit Stress, Schlafmangel oder einer belastenden Lebensphase erklärt. Ähnliche Beschwerden können jedoch auch auftreten, wenn die Schilddrüse zu wenig oder zu viele Hormone bildet. An einzelnen Symptomen lässt sich die Ursache meist nicht sicher erkennen.

Hinweise können zusätzliche Veränderungen geben, etwa beim Gewicht, beim Wärme- oder Kälteempfinden, beim Herzschlag, beim Schlaf oder bei der körperlichen Leistungsfähigkeit. Bestehen die Beschwerden über längere Zeit, werden stärker oder treten neu auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis
  1. Schilddrüse, Stimmung und Konzentration
  2. Beschwerden bei Unter- und Überfunktion
  3. Schilddrüse oder Stress?
  4. Ärztliche Abklärung
  5. Behandlung der Schilddrüse
  6. Beschwerden nach der Behandlung
  7. Das Wichtigste auf einen Blick
  8. Häufige Fragen
  9. Persönliche Beratung

Wie die Schilddrüse Stimmung, Antrieb und Konzentration beeinflusst

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals. Sie bildet Hormone, die über das Blut in nahezu alle Bereiche des Körpers gelangen. Dort beeinflussen sie unter anderem, wie viel Energie die Zellen verbrauchen und wie schnell verschiedene körperliche Vorgänge ablaufen. Dadurch wirken sie sich auf Körpertemperatur, Herzschlag, Verdauung und Gewicht aus.

Auch das Gehirn ist auf eine ausgewogene Versorgung mit Schilddrüsenhormonen angewiesen. Sind zu wenige Hormone vorhanden, können sich Betroffene erschöpft, antriebslos, gedanklich verlangsamt oder niedergeschlagen fühlen. Bei einem Überschuss können Nervosität, Reizbarkeit, innere Unruhe und Schlafprobleme auftreten.

Diese Beschwerden kommen allerdings auch bei Stress, Schlafmangel, depressiven Erkrankungen, Angststörungen oder anderen körperlichen Ursachen vor. Ob tatsächlich eine Schilddrüsenstörung vorliegt, zeigt deshalb erst eine ärztliche Untersuchung mit Blutwerten.

Mögliche Beschwerden bei einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse

Eine Schilddrüsenstörung kann sich körperlich und seelisch bemerkbar machen. Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem davon ab, ob die Schilddrüse zu wenig oder zu viele Hormone bildet. Da sich die Veränderungen häufig schleichend entwickeln, werden Müdigkeit, Unruhe oder Konzentrationsprobleme zunächst oft mit Stress, Schlafmangel oder einer belastenden Lebensphase in Verbindung gebracht.

Schilddrüsenunterfunktion: typische Beschwerden

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion laufen viele Vorgänge im Körper langsamer ab. Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend und können sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch Stimmung und Konzentration betreffen.

Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel:

    • Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit
    • Konzentrationsprobleme und geistige Trägheit
    • Gedrückte Stimmung
    • Stärkere Kälteempfindlichkeit
    • Verstopfung
    • Trockene Haut sowie brüchiges oder dünner werdendes Haar
    • Langsamer Puls
    • Gewichtszunahme, die sich nicht allein durch veränderte Essgewohnheiten erklären lässt
    • Starke oder unregelmäßige Regelblutungen

Schilddrüsenüberfunktion: typische Beschwerden

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion laufen viele Körperfunktionen beschleunigt ab. Die Beschwerden können sowohl den Herzschlag und die Verdauung als auch Schlaf, Stimmung und innere Anspannung betreffen.

Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel:

    • Innere Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit
    • Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen oder durchzuschlafen
    • Anspannung und Erschöpfung trotz innerer Getriebenheit
    • Herzklopfen oder ein schneller, teilweise unregelmäßiger Puls
    • Starkes Schwitzen und ausgeprägte Wärmeempfindlichkeit
    • Zitternde Hände
    • Häufigerer Stuhlgang
    • Ungewollter Gewichtsverlust trotz unverändertem oder gesteigertem Appetit

Wichtig: Weder einzelne Beschwerden noch eine lange Symptomliste beweisen eine Schilddrüsenstörung. Ärztlich abgeklärt werden sollten Veränderungen vor allem dann, wenn mehrere neu auftreten, über längere Zeit bestehen oder den Alltag zunehmend beeinträchtigen.

Schilddrüse oder Stress? Hinweise zur Einordnung

Müdigkeit, innere Unruhe, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen bei einer Schilddrüsenstörung ebenso vor wie bei anhaltendem Stress, Schlafmangel, psychischen Erkrankungen oder anderen körperlichen Ursachen. Einzelne Beschwerden reichen deshalb meist nicht aus, um den Auslöser zu erkennen.

Für die Einordnung helfen vor allem folgende Beobachtungen:

    • Wann haben die Beschwerden begonnen – plötzlich oder schleichend?
    • Werden sie in belastenden Phasen stärker und in ruhigeren Zeiten schwächer?
    • Haben sich gleichzeitig Gewicht, Herzschlag, Wärme- oder Kälteempfinden oder Verdauung verändert?
    • Gab es zuletzt anhaltenden Schlafmangel, eine hormonelle Umstellung oder eine besonders belastende Lebensphase?
    • Wurden neue Medikamente begonnen oder bestehende Präparate verändert?

Hinweise auf stressbedingte Beschwerden

Stressbedingte Beschwerden verändern sich häufig mit der jeweiligen Belastung. In besonders fordernden Phasen können sie stärker werden, während sie an ruhigeren Tagen, am Wochenende oder im Urlaub nachlassen.

Zusätzlich können bei anhaltendem Stress auftreten:

    • Reizbarkeit und innere Anspannung
      Betroffene fühlen sich schneller genervt, ungeduldig oder dauerhaft angespannt.
    • Kreisende Gedanken
      Das Abschalten fällt schwer, und belastende Themen beschäftigen den Kopf auch in Ruhephasen weiter.
    • Ein- oder Durchschlafprobleme
      Gedanken und körperliche Anspannung können verhindern, dass der Körper zur Ruhe kommt.
    • Kopfschmerzen und Muskelverspannungen
      Besonders Nacken, Schultern und Kiefer können sich dauerhaft angespannt anfühlen.
    • Magen-Darm-Beschwerden
      Möglich sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung oder ein veränderter Appetit.
    • Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit
      Trotz innerer Unruhe fühlen sich Betroffene körperlich und geistig zunehmend ausgelaugt.

Ein solcher Verlauf kann auf Stress als wichtigen Auslöser hindeuten. Bleiben die Beschwerden auch in ruhigeren Phasen bestehen oder treten Veränderungen beim Gewicht, Herzschlag, Wärme- oder Kälteempfinden oder bei der Verdauung hinzu, sollte auch nach körperlichen Ursachen gesucht werden.

Andere Ursachen für Müdigkeit, Unruhe und Stimmungstiefs

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, innere Unruhe oder Stimmungsschwankungen können auch mit anderen körperlichen oder psychischen Ursachen zusammenhängen. Häufig kommen mehrere Einflussfaktoren gleichzeitig infrage.

Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel auftreten bei:

    • Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel
      Möglich sind Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit, Konzentrationsprobleme und ein allgemeines Schwächegefühl.
    • Hormonellen Umstellungen
      Besonders in den Wechseljahren können Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Herzklopfen und eine veränderte Wärmeempfindlichkeit auftreten.
    • Depressiven Erkrankungen und Angststörungen
      Neben seelischen Beschwerden können sich auch Erschöpfung, innere Unruhe, Schlafprobleme und Appetitveränderungen zeigen.
    • Medikamenten
      Je nach Wirkstoff können Müdigkeit, Nervosität, Schlafprobleme oder Veränderungen des Herzschlags auftreten.

Im ärztlichen Gespräch lässt sich klären, welche Ursachen infrage kommen und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Wie eine Schilddrüsenstörung abgeklärt wird

Wenn der Verdacht auf eine Schilddrüsenstörung besteht, beginnt die Abklärung meist mit einem ausführlichen ärztlichen Gespräch. Wichtig sind dabei die Beschwerden, ihr zeitlicher Verlauf, mögliche Vorerkrankungen und die Frage, welche Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Anschließend wird in der Regel das Blut untersucht, um zu prüfen, ob die Schilddrüse zu wenig, ausreichend oder zu viele Hormone bildet.

Welche Blutwerte untersucht werden

Ob die Schilddrüse ausreichend Hormone bildet, lässt sich durch eine Blutuntersuchung prüfen. Dabei wird häufig zuerst der TSH-Wert bestimmt. TSH ist kein Schilddrüsenhormon, sondern ein Steuerhormon aus der Hirnanhangsdrüse. Es gibt der Schilddrüse das Signal, mehr oder weniger Hormone zu bilden.

Sinkt die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut, schüttet die Hirnanhangsdrüse in der Regel mehr TSH aus, um die Schilddrüse stärker anzuregen. Bei einer klassischen Schilddrüsenunterfunktion ist der TSH-Wert deshalb häufig erhöht. Sind dagegen viele Schilddrüsenhormone vorhanden, wird weniger TSH freigesetzt und der Wert ist meist erniedrigt. Ein auffälliger TSH-Wert wird immer zusammen mit weiteren Blutwerten beurteilt.

Dazu gehören vor allem die Schilddrüsenhormone T4 und T3. Die Schilddrüse gibt hauptsächlich T4 ins Blut ab. Ein großer Teil des wirksameren T3 entsteht anschließend in anderen Geweben durch die Umwandlung von T4. Im Labor wird vor allem der freie Anteil von T4 als fT4 bestimmt. Je nach Fragestellung kann auch T3 beziehungsweise fT3 untersucht werden. „Frei“ bedeutet, dass diese Hormone nicht an Transporteiweiße im Blut gebunden sind.

Was Schilddrüsenwerte beeinflussen kann

Schilddrüsenwerte werden immer zusammen mit den Beschwerden, der bisherigen Krankengeschichte und den weiteren Laborwerten betrachtet. Für jeden Wert gibt das Labor einen Referenzbereich an. Er zeigt, in welchem Bereich die Ergebnisse bei den meisten gesunden Menschen liegen. Die genauen Grenzen können sich je nach Messverfahren etwas unterscheiden.

Zusätzlich können bestimmte Lebensphasen, akute Erkrankungen, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Werte selbst oder ihre Messung beeinflussen.

Folgende Faktoren können die Blutwerte beeinflussen:

    • Schwangerschaft
      Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt. Deshalb gelten teilweise andere Orientierungswerte als außerhalb einer Schwangerschaft.
    • Akute Erkrankungen
      Stärkere Infekte und andere akute Erkrankungen können Schilddrüsenwerte vorübergehend verändern.
    • Medikamente
      Bestimmte Wirkstoffe beeinflussen die Schilddrüse selbst oder die Messung einzelner Laborwerte.
    • Nahrungsergänzungsmittel
      Auch frei verkäufliche Präparate sollten vor der Blutabnahme angegeben werden. Einzelne Inhaltsstoffe können die Schilddrüse oder die Aussage von Laborwerten beeinflussen.

Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt deshalb vor der Blutabnahme mit, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel Sie einnehmen und ob aktuell besondere Umstände wie eine Schwangerschaft oder eine akute Erkrankung vorliegen.

Biotin vor der Blutabnahme unbedingt angeben

Biotin ist häufig in Präparaten für Haut, Haare und Nägel enthalten. Bei bestimmten Laborverfahren kann es die gemessenen Schilddrüsenwerte verfälschen. Informieren Sie deshalb Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das Labor, wenn Sie ein solches Präparat einnehmen. Ob und wie lange es vor der Blutabnahme pausiert werden soll, hängt von der Dosierung und dem verwendeten Testverfahren ab. Setzen Sie ein ärztlich verordnetes Präparat nicht eigenständig ab.

Die Ärztin oder der Arzt beurteilt die Schilddrüsenwerte zusammen mit den Beschwerden und dem bisherigen Verlauf. Bei auffälligen Ergebnissen kann eine erneute Blutkontrolle sinnvoll sein oder eine Überweisung zur weiteren Abklärung folgen. Liegen die Werte im unauffälligen Bereich, sollten bei anhaltenden Beschwerden andere mögliche Ursachen weiterverfolgt werden.

Behandlung bei Schilddrüsenunterfunktion und -überfunktion

Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, ob die Schilddrüse zu wenig oder zu viele Hormone bildet und welche Ursache dahintersteckt. Auch Begleiterkrankungen, Alter, Schwangerschaft und die Stärke der Beschwerden spielen bei der Therapieplanung eine Rolle.

Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Unterfunktion wird das fehlende Schilddrüsenhormon in der Regel durch Levothyroxin ersetzt. Der Wirkstoff entspricht dem körpereigenen Hormon T4 und ist vielen unter der Bezeichnung L-Thyroxin bekannt. Die passende Dosis wird individuell festgelegt und anhand der Blutwerte kontrolliert.

Bis sich die Hormonwerte stabilisiert haben und die Beschwerden zurückgehen, kann etwas Zeit vergehen. Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsprobleme verschwinden deshalb häufig nicht unmittelbar nach Beginn der Behandlung. Bleiben sie trotz gut eingestellter Werte bestehen, sollten auch andere mögliche Ursachen weiterverfolgt werden.

Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion richtet sich die Behandlung nach der Ursache und danach, wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind. Häufig werden zunächst sogenannte Thyreostatika eingesetzt. Diese Medikamente hemmen die Bildung neuer Schilddrüsenhormone. Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern oder starke innere Unruhe können vorübergehend zusätzlich behandelt werden.

Bei bestimmten Erkrankungen oder wenn Medikamente nicht ausreichen, kommen weitere Behandlungsmöglichkeiten infrage. Dazu gehören die Radiojodtherapie und eine Operation an der Schilddrüse. Welche Therapie geeignet ist, wird fachärztlich sorgfältig abgewogen und mit der Patientin oder dem Patienten besprochen. Anschließend werden die Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrolliert und die weitere Behandlung daran angepasst.

Beschwerden nach der Behandlung: Verlauf und Kontrolle

Normalisieren sich die Schilddrüsenwerte durch die Behandlung, bessern sich häufig auch Beschwerden wie Erschöpfung, innere Unruhe, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme. Wie schnell das geschieht, ist unterschiedlich. Der Körper braucht oft einige Wochen, um sich an die veränderte Hormonsituation oder eine neu eingestellte Medikamentendosis anzupassen.

Einige Beschwerden können länger anhalten als andere. Herzklopfen und starke Unruhe gehen möglicherweise früher zurück, während sich Antrieb, Konzentration und körperliche Belastbarkeit erst nach und nach erholen. Regelmäßige Kontrolltermine zeigen, ob die Behandlung wie vorgesehen wirkt und die Dosierung weiterhin passt.

Bleiben Stimmungstiefs, Ängste, Schlafprobleme oder ausgeprägte Erschöpfung trotz stabiler Schilddrüsenwerte bestehen, sollten diese Beschwerden erneut angesprochen werden. Dahinter können weitere körperliche Ursachen, anhaltende Belastungen oder eine eigenständige psychische Erkrankung stehen.

Fazit: Schilddrüse oder Stress?

Müdigkeit, innere Unruhe, Reizbarkeit, Schlafprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten können sowohl bei Stress als auch bei einer Schilddrüsenstörung auftreten. Für eine Schilddrüsenstörung sprechen eher zusätzliche körperliche Veränderungen. Bei einer Unterfunktion sind das häufig Kälteempfindlichkeit, Verstopfung oder eine Gewichtszunahme, bei einer Überfunktion eher Herzklopfen, starkes Schwitzen, Zittern oder ein ungewollter Gewichtsverlust.

Ob tatsächlich eine Unter- oder Überfunktion vorliegt, lässt sich anhand der Beschwerden allein nicht sicher beurteilen. Klarheit bringen ein ärztliches Gespräch und die Bestimmung der Schilddrüsenwerte. Dabei sollten auch Medikamente, akute Erkrankungen, eine Schwangerschaft und Nahrungsergänzungsmittel wie Biotin berücksichtigt werden.

Mit der passenden Behandlung bessern sich häufig auch Stimmung, Antrieb und Konzentration. Halten die Beschwerden trotz stabiler Werte an, sollte weiter nach anderen körperlichen oder psychischen Ursachen gesucht werden.

Häufige Fragen zu Schilddrüse, Stress und Beschwerden

Kann eine Schilddrüsenstörung psychische Beschwerden auslösen?

Ja. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können unter anderem Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme und eine gedrückte Stimmung auftreten. Eine Überfunktion kann sich durch Nervosität, Reizbarkeit, innere Unruhe und Schlafprobleme bemerkbar machen. Da ähnliche Beschwerden auch andere Ursachen haben können, reichen sie allein für eine Diagnose nicht aus.

Woran lässt sich erkennen, ob die Beschwerden eher durch Stress entstehen?

Für eine stressbedingte Belastung kann sprechen, wenn die Beschwerden in besonders fordernden Phasen zunehmen und in ruhigeren Zeiten nachlassen. Häufig kommen kreisende Gedanken, innere Anspannung, Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen oder Magen-Darm-Beschwerden hinzu. Eine sichere Abgrenzung zu körperlichen Ursachen ist anhand der Beschwerden allein jedoch nicht möglich.

Welche Schilddrüsenwerte werden bei der Abklärung untersucht?

Häufig wird zuerst der TSH-Wert bestimmt. Ist er auffällig, werden meist weitere Werte wie fT4 und je nach Fragestellung auch T3 beziehungsweise fT3 untersucht. Die Ergebnisse werden zusammen mit den Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten beurteilt.

Warum sollte Biotin vor einer Blutuntersuchung angegeben werden?

Biotin ist unter anderem in Nahrungsergänzungsmitteln für Haut, Haare und Nägel enthalten. Es kann bei bestimmten Laborverfahren zu falsch erhöhten oder falsch erniedrigten Ergebnissen führen und dadurch auch die Beurteilung der Schilddrüsenwerte erschweren. Informieren Sie deshalb Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das Labor über die Einnahme. Ob das Präparat vor der Blutabnahme pausiert werden soll, sollte individuell geklärt werden.

Wann sollte ich Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn mehrere Beschwerden neu auftreten, über längere Zeit bestehen, stärker werden oder den Alltag deutlich beeinträchtigen. Bei starkem oder anhaltendem Herzrasen, Brustschmerzen, Atemnot, ausgeprägtem Schwindel, Kreislaufproblemen oder einer raschen Verschlechterung sollte zeitnah medizinische Hilfe gesucht werden.

Kann man trotz normaler Schilddrüsenwerte Beschwerden haben?

Ja. Müdigkeit, innere Unruhe, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen können auch bei unauffälligen Schilddrüsenwerten auftreten. Dann kommen andere körperliche oder psychische Ursachen infrage, zum Beispiel Schlafmangel, Eisenmangel, hormonelle Umstellungen, Medikamente, Depressionen oder Angststörungen. Bestehen die Beschwerden weiter, sollte die Abklärung deshalb fortgesetzt werden.

Wie sollte L-Thyroxin eingenommen werden?

L-Thyroxin sollte regelmäßig und entsprechend der ärztlichen Verordnung eingenommen werden. Häufig wird die Einnahme morgens nüchtern mit Wasser empfohlen. Zu bestimmten Medikamenten, Mineralstoffen oder Nahrungsergänzungsmitteln kann ein zeitlicher Abstand nötig sein, weil sie die Aufnahme beeinflussen können. Maßgeblich sind die Angaben zum jeweiligen Präparat sowie die ärztliche oder pharmazeutische Empfehlung.

Persönliche Beratung bei Schilddrüsenbeschwerden

Bei Fragen zu Schilddrüsenbeschwerden, verordneten Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sind wir gerne für Sie da. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und besprechen mit Ihnen, worauf Sie bei der Anwendung achten sollten, welche Wechselwirkungen möglich sind und welche Präparate die Schilddrüsenwerte beeinflussen können.

Auch wenn sich Beschwerden verändert haben, neue Präparate hinzukommen oder bei der Einnahme etwas unklar ist, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir erklären Ihnen verständlich, was für Ihre Medikamente wichtig ist und wann eine ärztliche Rücksprache sinnvoll ist.

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Quellen / Weiterführende Links

gesund.bund.de – Schilddrüsenunterfunktion
Informationen zu möglichen körperlichen und psychischen Beschwerden, zur ärztlichen Abklärung und zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion.
gesund.bund.de – Schilddrüsenüberfunktion
Übersicht zu typischen Beschwerden, möglichen Ursachen, Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten bei einer Schilddrüsenüberfunktion.
gesund.bund.de – Depression
Informationen zu seelischen und körperlichen Beschwerden wie Erschöpfung, innerer Unruhe, Schlafproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und Veränderungen von Appetit, Gewicht oder Verdauung.